Melanie Richter zeigt ab Samstag ihre Bilder. Verarbeitung bestimmt Motiv.

Bei einem Besuch des „Beinhauses“ in den Katakomben von Paris reifte bei Melanie Richter die Idee, Gebeine als Motiv zu wählen.
Bei einem Besuch des „Beinhauses“ in den Katakomben von Paris reifte bei Melanie Richter die Idee, Gebeine als Motiv zu wählen.Salzburg

Bei einem Besuch des „Beinhauses“ in den Katakomben von Paris reifte bei Melanie Richter die Idee, Gebeine als Motiv zu wählen.

Neuss. „Ein Spaziergang – skulls & bones – Malerei“ ist der Titel einer Ausstellung der Neusser Künstlerin Melanie Richter, die ab Samstag bis zum 7. April im Kulturforum Alte Post zu sehen ist.

Die Arbeiten sind bislang noch nicht veröffentlicht worden, „sie sind noch am Nerv, eben noch nicht im großen Rahmen abgesegnet“, so Richter. Gezeigt wird eine Serie von großformatigen Bildern, in denen sich die Absolventin der Kunstakademie mit menschlichen Schädeln, Knochen und Skeletten beschäftigt hat.

Diese stellt sie mittels einer von ihr entwickelten Technik dar. In ihrem Neusser Atelier unweit des Bahnhofs verarbeitet sie Stearin, ein hochwertiges Wachs, das hauptsächlich aus pflanzlichem und tierischem Fett gewonnen wird und fester als Paraffin ist. Dieses hochwertige Industriewachs vermalt sie zusammen mit Farbpigmenten auf ungrundierter Leinwand und bringt es durch Erhitzen mit einem Fön zum Schmelzen.

Die Idee, Gebeine als Motiv zu wählen, entstand bei Richter unter anderem nach einer Besichtigung des „Beinhauses“ in den Katakomben von Paris. Die dort zu sehenden, aufgeschichteten Knochen und Schädel seien für sie eine Auseinandersetzung mit der Endlichkeit gewesen.

Die Bilder sind keine anatomischen Studien

Den Vergleich mit anatomischen Studien lehnt sie ab. „Final sind meine Werke eigene Formen, der Prozess der Verarbeitung bildet dabei den Bildcharakter, er bestimmt letzten Endes das Motiv“, betont die Künstlerin.

„Die Zusammenarbeit mit Melanie Richter ist schon lange geplant“, sagt Klaus Richter, Kurator und Fachbereichsleiter für Bildende Kunst, der übrigens in keinem Verwandschaftsverhältnis zur Künstlerin steht. „Mich hat ihre neue Arbeit mit den Totenschädeln fasziniert, daher haben wir sie jetzt in die Alte Post eingeladen“, so Richter weiter.

Die Ausstellung geht bis zum 7. April und kann zu den üblichen Öffnungszeiten der Alten Post, Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr, Samstag, 14 bis 18 Uhr, sowie Sonntag, 12 bis 18 Uhr, besichtigt werden. Eine Abendveranstaltung gibt es am 21. März um 20 Uhr unter dem Titel „Bones Bar“. Der Eintritt ist frei. Red

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