Helga Bittner
zur Jahresausstellung - Curator Klaus Richter
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Neuss
Jahresausstellung mit 39 Künstlern
VON HELGA BITTNER - zuletzt aktualisiert: 03.12.2010
Neuss (NGZ) Der jüngste Künstler ist 27, der älteste 86 Jahre alt – die Jahresausstellung "Kunst aus Neuss" in der Alten Post versammelt alle Generationen unter einem Dach. 110 Werke von 18 Frauen und 21 Männern zeigen die jüngsten Entwicklungen in Malerei, Fotografie oder Bildhauerei.

 
Die Bildhauer-Arbeiten von Matthias Hintz (linkes Bild, l.) und Jürgen Zaun (linkes Bild, r.) stehen im Veranstaltungsraum der Alten Post. NGZ-Foto: Lothar Berns
Für ihn ist es eine Premiere, für viele andere vertrautes Prozedere. Alljährlich werden in der Alten Post Künstler eingeladen, einzelne Werke unter dem Stichwort "Kunst aus Neuss" zu zeigen. Und so ist es kein Wunder, dass dem Besucher beim Rundgang immer wieder bekannte Namen begegnen. Zum ersten Mal allerdings hat Klaus Richter die Auswahl für die Jahresausstellung getroffen.

Erst im Sommer war er offiziell als Verantwortlicher für den Bereich Bildende Kunst berufen worden und hatte sich damals gedacht: "Die Jahresausstellung mach' ich nicht." Denn seine Vorgänger – der ehemalige Alte-Post-Chef Thomas Brandt und nach dessen Erkrankung Elisabeth Mühlen und Susanne Ristow – haben zumeist schon im August die potenziellen Kunst-Gäste angesprochen: "Das war mir einfach zu viel", gesteht Richter und ist heute doch sehr froh, dass er die anfängliche Skepsis überwunden und sich für die Einsicht "Wer soll das machen, wenn nicht ich?" entschieden hat.

INFO
Die Ausstellung
Wo Alte Post, Neustraße 28
Eröffnung Sonntag, 5. Dezember, 11.30 Uhr
Dauer Bis 9. Januar
Öffnungszeiten Montag bis Freitag, 15 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag 12 bis 18 Uhr
Begleitprogramm "Die Kooperationsmechanismen der Düsseldorfer Malerschüler" – Vortrag von Nadine Müller, Donnerstag, 16. Dezember, 20 Uhr
39 Künstler hat er für die 63. Jahresausstellung eingeladen und dabei ebenfalls aus dem Pool geschöpft. Doch mögen sich darunter etliche alte Bekannte finden – ihre Kunst hält immer wieder Überraschungen bereit. Stellvertretend seien dafür Michael Kortländer und Matthias Hintz genannt. Kortländer hat eine Pappskulptur beigesteuert, die bei genauem Hinsehen aus dem Schriftzug "Mama" besteht, und Michael Hintz eine großformatige menschliche Skulptur aus dem ungewöhnlichen Material von geschmolzenen CD-Rohlingen.

Aber Richter hat auch neue Künstler entdeckt. Verena Freyschmidt, Kay Kaul, Charlotte Kons, Ines Neuburg und Marco Wedel sind zum ersten, aber vermutlich nicht zum letzten Mal dabei. Ohnehin will sich der Kurator von der von Thomas Brandt eingeführten Regel, dass jeder Künstler maximal jedes zweite Jahr dabei sein darf, lösen: "Ich mach die Einladung davon abhängig, ob ein Künstler Spannendes zu zeigen hat", sagt er.

 
Melanie Richters Kronleuchter in einer Mischung aus Malerei und Wachsauftrag hängt in der ersten Etage. NGZ-Foto: Lothar Berns
Für die recht schwierige Hängung von Kunstwerken aller Richtungen, der unterschiedlichsten Positionen und Größen zeigt er bei seiner ersten Kurator-Tätigkeit allemal das richtige Händchen. Er hat nach Korrespondenzen im Farbklang oder in der Formensprache gehängt und wurde darin mehr als einmal mit den Worten "Mit dem wollte ich immer schon mal ausstellen" aus Künstlermund bestätigt. So geschehen etwa bei Michael Falkenstein und Melanie Richter, die im Obergeschoss als Endpunkte der Sichtachse vis à vis hängen.
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Text: Helga Bittner, Foto: Lothar Berns