T. Barnhold, "Malerei wie vom andern Planeten"
"Malerei wie vom anderen Planeten"

Büttgen (barni)
Vierzig Jahre Mondlandung - darum geht´s garantiert nicht bei der aktuellen Ausstellung von Melanie Richter in der Städtischen Galerie im Rathaus Büttgen. Triebfeder für "Lichtträger" - so heißt die Ausstellung- waren für Melanie Richter nicht ferne Planeten, sondern die Kombination von Bekanntem, Vertrautem und Irritierendem, fast Abstoßendem. Immer wieder tauchen sie auf, die Männer in ihren Schutzanzügen, die an Astronauten erinnern. Die Farben sind mitunter grell bis an den Rand des Erträglichen. Richter, 1964 in Göppingen geboren, lebt seit 1993 in Düsseldorf. Sie studierte dort an der Kunstakademie bei Professor Dieter Krieg. In Büttgen zeigt sie jetzt Ausschnitte aus ihrer Arbeitsgruppe "Breakout". Immer wiederkehrendes Motiv: Menschen - oder als Ausnahme auch Affen - ohne jegliche Individualität, dafür umhüllt von Schutzanzügen. Unter anderem hat Melanie Richter auf Pergamin gemalt. Flächen, die die Figur bilden, hat sie von der Bemalung ausgespart. Der Rest wurde umso intensiver mit den unterschiedlichsten Farbtönen bedacht. Die Künstlerin hat dabei die Acrylfarbe so präpariert, dass sie auf dem Pergamin haften bleibt. Im Kontrast zu diesen Arbeiten stehen die Großformate mit Farben, die zu Motiven wie dem "Giftschutzanzug XL3" passen. Vor allem das knallige Gelb und Orange tun fast weh in den Augen. "Ich habe hier ein Extrem erreicht - mehr ging nicht", ist sich die Künstlerin sicher. Die Figuren kommen dem Betrachter zunächst vertraut vor: Er fühlt sich an Astronauten erinnert, der Schwerelosigkeit ausgeliefert, er denkt aber auch an Taucher oder fühlt sich an einen Motorradfahrer erinnert, der gerade auf ihn zurast. Es entstand Malerei, die wie von einem anderen Planeten zu sein scheint. Die Schutzanzüge wirken auf manchen Bildern transparent, die Darstellung der Gliedmaßen hat dann etwas von einer Röntgenaufnahme. Richter bringt Bewegung durch das Andeuten von Muskeln und Knochen in die Bilder. An der linken Wand im Ausstellungsraum lenkt das wohl spektakulärste Bild der Ausstellung - "E:V:A: Team 2" - die Aufmerksamkeit der Besucher auf das über sechs Quadratmeter große Werk. Was ist da zu sehen? Astronauten oder doch Taucher?

Info In Büttgen, Rathausplatz 23, sind die Werke bis zum 6. September zu sehen: montags bis donnerstags 9 bi9s 12 und 14 bis 16 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr, freitags und samstags von 9 bis 12 und sonntags von 11 bis 17 Uhr.
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