Berlin, Galerie Gerken, Melanie Richter, Spacebaby
Bei Melanie Richters Spacebabies liegt schon ein Faszinosum im Kontrast von Kleinem (Baby) und riesig Großem (Space). Wir sehen eigentlich keine niedlichen Babies, sondern Kosmonauten-Anzüge, die wir auf Grund unserer ererbten Wahrnehmungsschemata als babyhaft einstufen. Das löst bei uns zumindest Ansätze von Brutpflegeverhalten aus, von beschützen wollen. Und das Bild des im Kosmonauten-Dress schwebenden Babies, ohne Schläuche und Seile, frei im Raum flottierend, ruft die Ahnung von Verlorenheit auf den Plan. Hier kommen widersprüchliche Eindrücke zusammen. Die Distanz zwischen ihnen aber ist genau jene, die wir mit ästhetischem Erleben füllen können.
Gerhard Charles Rump
6. Mai bis 4. Juni, Galerie Gerken, Berlin, Auguststraße 49.
Artikel erschienen am Sa, 30. April 2005
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